RTK, LiDAR oder Kamera: Welche Mähroboter-Navigation passt zu meinem Garten?
Aktualisiert am 10. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit · RoboterAtlas-Redaktion
RTK, Netzwerk-RTK, LiDAR oder Kamera: So navigieren Mähroboter ohne Begrenzungskabel, wo die Stärken und Schwächen liegen und welche Technik zu welchem Garten passt.

Die wichtigste Entscheidung beim Kauf eines Mähroboters ohne Begrenzungskabel ist nicht die Marke, sondern die Navigation. Passt sie nicht zu Ihrem Garten, bleibt der Roboter stehen, verfährt sich oder lässt Flächen aus. Passt sie, mäht er jahrelang zuverlässig. Hier erklären wir die drei Verfahren und für welche Gärten sie sich eignen.
1. RTK: Satellitennavigation mit Zentimeter-Genauigkeit
Normales GPS ist auf einige Meter genau, zu ungenau für einen Mähroboter. RTK (Real Time Kinematic) korrigiert das Satellitensignal mit Daten einer Referenzstation, deren Position exakt bekannt ist. Das Ergebnis: Positionsgenauigkeit von wenigen Zentimetern.
Es gibt zwei Varianten:
- RTK mit eigener Station: Eine Antenne wird im Garten oder am Haus montiert und braucht Strom. Beispiele: Ecovacs GOAT O800 RTK, Anthbot Genie, ältere Mammotion-Modelle.
- Netzwerk-RTK: Die Korrekturdaten kommen über das Mobilfunknetz von festen Referenzstationen, eine eigene Antenne entfällt. Beispiele: Navimow i2 AWD und X4, Kress RTKn. Husqvarna (EPOS) und GARDENA beziehen Korrekturdaten über WLAN bzw. Mobilfunk. Mehr im Ratgeber Netzwerk-RTK.
Stärken: sehr genau auf offenen Flächen, unabhängig von Licht, gut für große Grundstücke. Schwächen: Der Roboter braucht freie Sicht zum Himmel. Unter dichten Baumkronen, an hohen Hauswänden oder in schmalen Gängen zwischen Gebäuden wird das Signal schwach. Netzwerk-RTK braucht zusätzlich Netzabdeckung auf der Rasenfläche.
2. LiDAR: Laserscanner wie beim autonomen Auto
Ein LiDAR-Sensor sendet Laserpulse aus und misst, wann sie zurückkommen. Daraus entsteht ein 3D-Bild der Umgebung mit Bäumen, Zäunen, Hauswänden und Möbeln. Der Roboter vergleicht dieses Bild mit seiner gespeicherten Karte und weiß so, wo er ist.
Stärken: funktioniert ohne Satellit und ohne Netz, unter Bäumen, an Hauswänden und bei wenig Licht; erkennt Hindernisse dreidimensional. Schwächen: Auf sehr weiten Flächen ohne markante Objekte hat ein reines LiDAR-System weniger Orientierungspunkte; der Sensor sollte sauber gehalten werden. Beispiele: Navimow i2 LiDAR, Dreame A2 und A3 AWD, MOVA LiDAX Ultra, Ecovacs GOAT LiDAR Pro.
3. Kamera (Vision): günstig und einfach
Reine Kamera-Mäher erkennen Rasenkanten, Wege und Hindernisse über Bilder und KI. Sie brauchen weder Antenne noch Satellit und sind schnell eingerichtet.
Stärken: günstig, einfache Einrichtung. Schwächen: braucht ausreichend Tageslicht und klar erkennbare Rasengrenzen; eher für kleinere, flache Gärten. eufy schreibt bei E15 und E18 ausdrücklich, dass sie für flache Rasenflächen mit max. 18° ausgelegt sind. Beispiele: eufy E15/E18/C15, MOVA ViAX.
Kombinationen: das Beste aus beiden Welten
Fast alle Modelle haben zusätzlich eine Kamera zur Hinderniserkennung. Die Oberklasse kombiniert außerdem LiDAR mit RTK: Der Mammotion LUBA 3 AWD nutzt LiDAR, Netzwerk-RTK und Kameras, der Navimow i2 LiDAR Pro ebenfalls. So mäht der Roboter auf offenen Flächen per Satellit und unter Bäumen per Laser.
Welche Technik passt zu welchem Garten?
| Ihr Garten | Empfehlung |
|---|---|
| Offen, wenig Bäume, gute Himmelssicht | RTK (mit Station oder Netzwerk-RTK) oder LiDAR |
| Große Bäume, Hecken, viel Schatten | LiDAR oder LiDAR + RTK; Modelle ohne RTK |
| Reihenhaus, schmale Gänge, hohe Wände | LiDAR oder Kamera |
| Sehr groß (über 3.000 m²) und offen | RTK, idealerweise mit Kamera/LiDAR; große Flächen |
| Klein, flach, kleines Budget | Kamera oder günstiges LiDAR; kleine Gärten |
| Kein Mobilfunk/WLAN im Garten | LiDAR, Kamera oder RTK mit eigener Station |
Im Mähroboter-Finder können Sie mit „Viele Bäume/Schatten“ und „Keine Antenne“ direkt nach der passenden Technik filtern.

